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KI.KA-Prozess: Marco K. legt Geständnis ab

Der ehemalige Herstel­lungs­leiter des öffentlich-recht­lichen Kinder­kanals Kika, Marco K., habe zum Prozess­auftakt in Erfurt die gegen ihn erhobenen Betrugs­vor­würfe einge­räumt, diese seien „vollum­fänglich zutreffend“, berichtet Spiegel online. Aller­dings könne er sich nicht mehr an jeden einzelnen der von der Staats­an­walt­schaft aufge­führten 48 Fälle erinnern. Das verun­treute Geld habe er aus Frust wegen des Arbeits­klimas beim Kika verspielt: Geständnis zum Prozess­auftakt (frei zugänglich)

Von den Schein­ge­schäften habe außer ihm niemand gewusst, dieje­nigen, die seine Rechnungen gegen­ge­zeichnet hätten, hätten sie inhaltlich nicht prüfen können, sagte K. laut Hamburger Abend­blatt. K.  habe sich in das Gefühl gerettet, dem Kinder­kanal keinen Schaden zuzufügen, weil der ehemalige Programm­ge­schäfts­führer Frank Beckmann „ihn einmal aufge­fordert habe, das gesamte Ki.Ka-Budget auszu­schöpfen“: Angeklagter im Ki.Ka-Prozess gesteht Millio­nen­betrug (frei zugänglich)

Der Straf­prozess gegen den früheren Kika-Herstel­lungs­leiter Marco K. habe am heutigen Montag vor dem Landge­richt Erfurt begonnen, meldet die Funkkor­re­spondenz. Die zuständige 7. Große Straf­kammer des Landge­richts habe für das Verfahren zunächst insgesamt drei Prozesstage vorge­sehen (6., 14. und 23. Juni), inzwi­schen sei für den 5 Juli ein vierter Verhand­lungstag angesetzt worden, an dem dann aller Voraus­sicht nach auch das Urteil verkündet werde: Prozess zur Kika-Betrugs­affäre hat am heutigen Montag begonnen (frei zugänglich)

Thüringens Medien­staats­se­kretär und Rundfunk­rats­mit­glied Peter Zimmermann sehe den öffentlich-recht­lichen Rundfunk nach der Affäre insgesamt beschädigt, schreibt Annett Gehler in der hanno­ver­schen Allge­meinen. Zimmermann lobe den Kinder­kanal aber zugleich als den im Verhältnis zur Quote effek­tivsten öffentlich-recht­lichen Sender und warne Zimmermann vor einer Überre­gu­lierung. Inzwi­schen würden KI.KA-Rechnungen von sieben und mehr Verant­wort­lichen gegen­ge­zeichnet: Früherer KI.KA-Herstellungsleiter soll acht Millionen Euro verun­treut haben (frei zugänglich)

Dass Schein­rech­nungen auch außerhalb des Kika beim MDR einge­reicht wurden, halte die Straf­ver­tei­di­gerin des Kopp-Film-Geschäfts­führers, Nina Wittrowski, für „sehr wahrscheinlich“, schreibt Olaf Sundermeyer in der Frank­furter Allge­meinen. Bemer­kenswert sei für Wittrowski auch der Umstand, dass der Vizechef des Kika die meisten Aufträge ohne Ausschreibung vergeben konnte: „Denn keine Ausschrei­bungen zu größeren Produk­tionen sind der erste Schritt zur Korruption“.

Im Laufe der Ermitt­lungen sei allmählich ein "System K." sichtbar geworden, schreibt Sundermeyer weiter, das auf sehr guten persön­lichen Bezie­hungen beruhe – „und auf Angst“. Inwieweit der Prozess gegen Marco K. zur Aufde­ckung weiterer Betrugs- und Korrup­ti­ons­fälle führe, sei eine wesent­liche Frage, die außer seiner möglichen Schuld im Erfurter Landge­richt geklärt werden könnte. Mögli­cher­weise sei heute der „Beginn einer Prozess­kette“: Bei ARD und ZDF sitzen sie auf der Ankla­gebank (FAZ, 6.6.2011, Nr. 130 / Seite 31 – Medien)