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KiKa-Prozess: Sechs Jahre und drei Monate Gefängnis für ehemaligen Herstellungsleiter

„Überhöhte oder fingierte Rechnungen und ein Millionen-Schaden:“ Der KiKa-Skandal habe den öffentlich-recht­lichen Rundfunk erschüttert, berichtet das Handels­blatt. Auch im dritten Verfahren seien Gebüh­ren­gelder in Millio­nenhöhe im Spiel. Das Landge­richt Erfurt habe den frühere KI.KA-Herstellungsleiter am Montag erneut der Untreue und Bestech­lichkeit für schuldig befunden, er müsse für insgesamt sechs Jahre und drei Monate hinter Gitter. In die Strafe sei die erste Verur­teilung des Mannes einge­flossen. Der ebenfalls geständige Geschäfts­partner sei wegen Beihilfe und Bestechung zu einer zweijäh­rigen Bewäh­rungs­strafe verur­teilt worden: Ex-KiKa-Herstel­lungs­leiter erhält lange Haftstrafe (frei zugänglich)

Der einstige Herstel­lungs­leiter habe letztlich ein großes Spiel aufge­zogen, bei dem er über Jahre die Spiel­fi­guren setzte, wie er sie brauchte, sagte die Vorsit­zende Richterin laut Spiegel online. Sie habe von einem „ausge­klü­gelten System und einem Netz der Korruption“ gesprochen. Das Gericht habe auch den MDR kriti­siert, so Spiegel online weiter: „Die Kammer würde sich wünschen, dass der MDR so intensiv kontrol­liere, wie die GEZ Gebühren eintreibe, sagte die Richterin bei der Urteils­be­gründung. Mangelnde Kontrollen des für den Kika zustän­digen MDR hätten die krimi­nellen Machen­schaften erheblich erleichtert.“ Nach dem Untreu­e­skandal habe der Sender angegeben, mit weniger Geld auskommen zu müssen. Der Etat des von ARD und ZDF gemeinsam betrie­benen KI.KAs sei um 910.000 Euro jährlich reduziert worden: Lange Haftstrafe für früheren TV-Manager (frei zugänglich)