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Künftige „Inhalte-Geschäftsführerin“ der Degeto: „Ich bin gegen seicht.“

Christine Strobl, derzeit noch Fernseh­spiel­chefin beim SWR, tritt am 1. Juli ihr neues Amt als „Inhalte-Geschäfts­füh­rerin“ der Degeto an. Das Medien­in­teresse an dieser Perso­nalie ist groß.

In der Frank­furter Allge­meinen Sonntags­zeitung schreibt Melanie Amann, seit Jahren rängen Inten­danten, Regis­seure und Drehbuch­au­toren mit der Degeto, „dieser seltsamen Gesell­schaft“. Jetzt ruhten alle Hoffnungen auf Christine Strobl, auf die „eine irrwitzige Aufgabe“ warte: „Sie soll das Degeto-Portfolio verbessern, obwohl ein Berg von Filmschnulzen über Jahre bestellt wurde. Sie soll neue Impulse setzen, aber erst mal jedes Jahr 7 Millionen Euro sparen. Nebenbei soll sie die von Negativ­presse frustrierte Mannschaft und die um Aufträge bangenden Produ­zenten motivieren. Jetzt rätselt die Filmbranche, was von der Frau zu erwarten ist, die bald die Produk­ti­ons­mil­lionen verteilt.“

,,Mein Vertrag läuft fünf Jahre und ich habe fest vor, die volle Dauer zu bleiben", zitiert Amann die künftige Degeto-Chefin, die frühere SWR-Kollegen als „kompetent, zupackend und herzlich“ beschrieben, aber auch als „durchaus macht- und karrie­re­be­wusst“. Strobl selbst sage von sich das Gegenteil.

Die ganze Filmbranche hoffe, dass Strobl dem „berüch­tigten ‚Freitagsfilm‘“ zu Leibe rücke, für den die Degeto „so viel Spott wie Zuschauer erntete“. Strobl: „Viele, die den Freitagsfilm kriti­sieren, kennen ihn kaum“. Es sei nicht ihr Ziel, „nur Feuil­le­to­nisten zu überzeugen“. Zwar seien auch Strobl viele Filme zu stereotyp. „Aber ich bin nicht gegen leicht. Ich bin nur gegen seicht.“ Die Geschichten sollen laut Strobl komplexer werden, die Autoren sollten es wagen, auch moderne Famili­en­struk­turen zu erzählen.“

„Spätestens nach drei Jahren soll eine neue Handschrift im Programm erkennbar sein", verspreche die neue Degeto-Chefin: Die Filmfa­bri­kantin (Frank­furter Allge­meine Sonntags­zeitung vom 24.6.2012, Seite 44 – Wirtschaftsteil. Nicht online zugänglich)

Im Spiegel heißt es, die Degeto sei die „Kitsch-Fabrik der ARD“. Im Interview mit Alexander Kühn verrate ihre künftige Chefin Christine Strobl, „wie sie den Ruf der Firma verbessern will – und was aus Christine Neubauer wird.“ Aus die gelte „dasselbe wie für alle Schau­spieler: Wir werden uns jeden Beset­zungs­vor­schlag genau anschauen. Es darf keine Automa­tismen geben bei der Vergabe von Rollen“, sagte Strobl. Eine Frage nach „diskreten Finan­zie­rungs­me­thoden“ der Degeto wollte Strobl nicht beant­worten, aller­dings weist sie darauf hin, dass werden Begehr­lich­keiten geweckt würden wo viel Geld ist: „Die gilt es im Zaum zu halten. Die Degeto soll in Zukunft das tun, wofür sie gegründet wurde: Filme und Serien finan­zieren und kaufen. Dafür trete ich jeden­falls an.“ In Zukunft müsse „jeden­falls inhaltlich nachvoll­ziehbar sein, warum man sich für ein Projekt entscheidet, es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Es wird keine Zusagen an Firmen geben, bestimmte Mengen an Filmen anzufer­tigen. Wir entscheiden nach Qualität“: „Nach Schema F gebaut“ (Spiegel vom 25.6.2012, Seite 88 – Medien. Nicht online zugänglich)

Spiegel online bringt eine Zusam­men­fassung des Inter­views: Neue Degeto-Chefin Strobl sieht „Handlungs­bedarf“ bei Filmen (frei zugänglich)