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Max Wiedemann: Erlöse kommen auch bei Erfolgsfilmen nicht mehr beim Produzenten an

Im Interview mit planet-interview.de antwortet Max Wiedemann auf die Frage, was die Lage der Produ­zenten in Deutschland verbessern würde: „Es ist ja nicht so, dass mit deutschem Kino kein Geld verdient würde. Aber die Erlöse werden meistens unter den Verwer­tungs­partnern aufge­teilt und kommen nicht mehr beim Produ­zenten an, oft auch bei Filmen, die beispiels­weise eine Million Besucher erreicht haben. Die werden in der Branche gemeinhin als Erfolg gefeiert, während sich die Produ­zenten mit den Deckungs­bei­trägen zufrieden geben müssen, die durch die Herstellung erwirt­schaftet werden. Wenn die Produ­zenten am Erfolg der eigenen Filme wieder mehr verdienen würden, wäre die Chance größer, dass man sich auch wieder mehr Zeit lässt, etwas weniger produ­ziert, um dann wieder eine höhere Qualität im Fokus zu haben.

Zur Frage, ob es die Probleme der deutschen Filmbranche auch in anderen europäi­schen Ländern gebe, sagt er, er sehe, „wie hoch in anderen Terri­torien die Margen sind, was man pro Film im Fernsehen verdient, um als Produzent seine Firma, seine Entwicklung zu bezahlen.“ Auslän­dische Kollegen begeg­neten ihm „wirklich manchmal mit Unver­ständnis, wie man bei der Größe des Marktes so wenig verdienen kann. Der Kosten­druck der Sender ist schon enorm und von alleine wird sich dieser aufgrund der oligo­pol­haften Struk­turen nicht ändern. Hier besteht Regulie­rungs­bedarf, damit in einer insgesamt gesunden und wachsenden Industrie nicht die Produ­zenten, die Kreativen und Teammit­glieder auf der Strecke bleiben.“ Das deutsche Fernsehen ist besser als sein Ruf (frei zugänglich)