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MDR-Sondersitzung im Fall Foht: Gerüchte um Geldkoffer und „leichte Mädchen“

Am heutigen Mittwoch um elf Uhr träfen sich der 43-köpfige MDR-Rundfunkrat und die sieben Verwal­tungsräte zu einer Sonder­sitzung im Fall Foth, schreibt Ulrike Simon in der Berliner Zeitung. Der schei­dende Intendant Udo Reiter und der im Zuge der noch lange nicht abgeschlos­senen Kika-Affäre einge­setzte externe Ermittler Ingmar Weitemeier sollen über die bisher gewon­nenen Erkennt­nisse über Fohts Geld-Deals referieren. Auch die rund 2000 festen und 5000 freien Mitar­beiter forderten Infor­ma­tionen. Sie seien verun­si­chert von den immer neuen Vorwürfen gegen ihren Arbeit­geber und die scheib­chen­weise erfol­genden Zugeständ­nisse ihrer Führungs­riege. „Was ist etwa von den Gerüchten um Geldkoffer zu halten, die bei Restau­rant­treffen angeblich von Mitar­beitern der Musik­in­dustrie an Mitar­beiter der MDR-Unter­haltung wechselten? Was von dem Gerede über ‚leichte Mädchen‘ auf Dienst­reisen, das in Gesprächen mit dem Ermittler Weitemeier gefallen sein soll?“ Um 16 Uhr sei eine Perso­nal­ver­sammlung geplant, in der die Geschäfts­leitung auf solche und weitere Fragen antworten soll.

Simon hat auch mit Reiner Haseloff, Minis­ter­prä­sident von Sachsen-Anhalt, gesprochen, der sagt, dass der MDR nach dem ersten Vorkommnis konti­nu­ierlich Änderungen der hausin­ternen Vorschriften für den Umgang mit Gebüh­ren­mitteln vorge­nommen habe: „Ich gehe bis heute davon aus, dass die meisten MDR-Mitar­beiter sich an diese Vorschriften und den MDR-Mitar­bei­ter­kodex halten.“ Geheim­nis­volle Geschäfte (frei zugänglich)

Die Skandale beim MDR machten deutlich, wie marode der ganze Sender ist, schreibt Joachim Huber im Tages­spiegel. Der MDR, eigentlich eine Neugründung im Jahr 1990, sei zugleich ein Sammel­becken für nicht wenige Mitar­beiter des Rundfunks der DDR. „Was dort Praxis war, wurde nun Geschäfts­praktik: Von oben wird angeordnet, nach unten wird ausge­führt.“ Alle Skandale im MDR seien Skandale auf der Führungs­ebene unter bravem Mittun von Mittel- und Unterbau: Zu bunt im Kessel (frei zugänglich)