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Mindestlohn-Debatte: „Ein Praktikant ist keine volle Arbeitskraft“

Was bei der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum Thema „Kampf der Generation Praktikum“ heraus­ge­kommen ist, löse bei den betrof­fenen Unter­nehmen „wenig Begeis­terung“ aus, schreiben Catrin Bialek, Chrlstoph Kapalsch­inski und Peter Thelen im Handels­blatt. Zwar habe sich die Koalition dazu entschlossen, neben Pflicht­praktika im Rahmen der Ausbildung nun auch studi­en­be­glei­tende und berufs­ori­en­tie­rende freiwillige Stages bei Unter­nehmen bis zu drei Monate vom Mindestlohn auszu­nehmen, doch das werde „nicht verhindern, dass in manchen Branchen künftig die Prakti­kums­plätze knapp werden dürften“.

Florian Haller, Chef der Münchener Werbe­agen­tur­gruppe Serviceplan, fürchte harte Konse­quenzen, schreiben Bialek, Kapalsch­inski und Thelen weiter. Bei einem Monats­gehalt von 1 400 Euro könnten gerade mittel­stän­dische Unter­nehmen der Branche kaum mehr Prakti­kums­plätze anbieten, warne Haller: „Ein Praktikant ist keine volle Arbeits­kraft, das soll er auch nicht sein.“ BBDO-Chef Frank Lotze sehe das ähnlich: „Viel wichtiger als ein Mindestlohn ist es für die Prakti­kanten, dass sie umfas­sende Einblicke in die Berufswelt von Agenturen erhalten und die Chance erhalten, bei Projekten mitzu­ar­beiten.“ Die dauerten aber nun mal oft länger als drei Monate. „Für den Nachwuchs könnte der Mindestlohn kontra­pro­duktiv sein.“ Praktikum verzweifelt gesucht (Handels­blatt vom 4.7.2014, nicht online zugänglich)