Allgemeines

Mindestlohn für Praktikanten: „Berufseinstieg erschwert“

Der geplante Mindestlohn zwinge Theater, Verlage und Musik­labels, „Prakti­kanten angemessen zu bezahlen“, viele hielten das für nicht finan­zierbar, schreiben Josh Groen­eveld und Paul Middelhoff im Spiegel. Zahlreiche Inten­danten, Verlags­ma­nager und Musik­un­te­mehmer hätten angekündigt, künftig keine freiwil­ligen Praktika mehr anzubieten. Vielen jungen Erwach­senen werde der Berufs­ein­stieg dadurch erschwert. Zum Beispiel werde es die 25 Prakti­kums­plätze, die das Berliner Ensemble (BE) derzeit anbietet, ab 2015 nicht mehr geben. Das BE bezahle seinen „Probe­jobbern“ zwar kein Gehalt, „nicht selten“ münde ein Praktikum aber in eine Festan­stellung, recht­fertige BE-Intendant Claus Peymann das Vorgehen: „Für uns wird es schwie­riger, junge Talente zu finden, und den Studenten bleiben wertvolle Berufs­er­fah­rungen verwehrt.“ So sehe es auch Kolja Briedis, der am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissen­schafts­for­schung in Hannover über den Werdegang von Studie­renden forsche: „Ein Praktikum macht man nicht, um zu arbeiten, sondern um etwas zu lernen". Deshalb sei es nicht richtig, „dass diese
Beschäf­ti­gungsform unter die Mindest­lohn­re­gelung fällt“: Teures Auspro­bieren (Spiegel Nr. 24/2014, S. 30, nicht online zugänglich)

Kurz vor dem Ziel lasse die Arbeits­mi­nis­terin nicht locker, berichtet die Frank­furter Allge­meine: Weitere Ausnahmen vom Mindestlohn werde es nicht geben, auch Langzeit-Prakti­kanten verspreche Andrea Nahles 8,50 Euro pro Stunde: Nahles will Generation Praktikum den Garaus machen (frei zugänglich)

Arbeits­mi­nis­terin Nahles warne die Union davor, an ihrem Mindestlohn-Gesetz zu rütteln, „ohne Erfolg“, schreiben Stefan von Borstel und Jochen Gaugele bei Welt online. CDU-Vize Strobl poche auf Ausnahmen für Saison­ar­beiter, der Wirtschafts­flügel gehe noch weiter: Union ignoriert Nahles‘ Mindestlohn-Machtwort (frei zugänglich)