Nachdem die FSK in ihrer langen Geschichte „meist Zunder aus der gegenkulturellen Ecke bekommen“ habe, scheine jetzt der Wind aus einer anderen Richtung zu wehen, schreibt Sabine Horst heute in epd Medien, dem Medien-Informationsdienst der evangelischen Kirche. Die Redaktion der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ habe „hinter der FSK hergeputzt“ und das Gremium als „zu lasch“ befunden. Ab 12 Jahren freigegebene Filme enthielten Szenen, die selbst für ältere Kinder und Jugendliche „schädlich“ sein könnten, sage die FAS, „bezeichnenderweise ohne ihre Filmkritiker zu konsultieren“. Schädlich seien im Verständnis der FAS nicht nur Mord und Folter. Das Team habe außerdem Szenen mit „gut sicht- und hörbarem Sex“ als bedenklich gelistet und „einen Haufen schlimmer Wörter verhaftet“: Geht’s noch, FAS? Schon wieder eine Medienkampagne (frei zugänglich)
Bereits in der vergangenen Woche hatte Familienministerin Schröder die FSK in Wiesbaden besucht. Das Treffen sei schon länger geplant gewesen, „habe aber durch Berichte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ den zusätzlichen Schwerpunkt ,FSK 12′ erhalten, berichtet die Frankfurter Allgemeine am 14. Oktober. Frau Schröder hätte angesichts eines Filmtests, in dem die FAS 46 von 100 Filmen mit FSK-12-Freigabe als für Zwölfjährige ungeeignet eingestuft hatte, Zweifel an der Arbeit der FSK geäußert. Bei ihrem Treffen habe sie an das Pflichtbewusstsein der FSK appelliert: Schröder nimmt FSK in die Pflicht (frei zugänglich)
In einem Bericht über den Besuch der Ministerin zitiert Ewald Hetrodt in der Frankfurter Allgemeinen die Familienministerin: „Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass da, wo FSK 12 draufsteht auch FSK 12 drinnen ist. Was die ,Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‘ aufgezählt hat, lässt mich daran zweifeln.“ Kristina Schröder habe klargestellt, „dass sie das Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle grundsätzlich für richtig halte. In einer vorbereiteten Mitteilung sprach sie der FSK sogar ausdrücklich ihr Vertrauen aus“: „Noch sensibler hinschauen“ (frei zugänglich)
In der Pressemitteilung des Familienministeriums zum Besuch Schröders bei der FSK heißt es: „Trotz der jüngsten Diskussion über die Alterseinstufung am Beispiel von einzelnen Filmen stellten beide Seiten fest: Die FSK leistet seit mehr als 60 Jahren einen wichtigen Beitrag für den gesetzlichen Jugendschutz bei Filmen.“ Die FSK-Altersfreigabe sei ein Instrument des Schutzes, nicht der Erziehung. Die Ministerin habe angesichts der Kritik an einzelnen Freigaben ein genaues Hinschauen der befassten Prüferinnen und Prüfer gefordert, Eltern müssten sich darauf verlassen können, dass alle Kriterien des Jugendschutzes eingehalten werden: Kristina Schröder spricht Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) Vertrauen aus (frei zugänglich)
Die FSK selbst schreibt in ihrer Pressemitteilung, „in einer kurzen Erklärung vor Medienvertretern sagt die Bundesministerin: ,Ich bin der Auffassung, dass sich das Prinzip der freiwilligen Selbstkontrolle bewährt hat’“: Besuch bei der FSK (frei zugänglich)
Am 12. Oktober schrieb Karin Truscheit in der Frankfurter Allgemeinen, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft lege den Jugendschutz recht großzügig aus – „im Interesse der Filmwirtschaft?“: Nützliche Greuel und wertvoller Sex (frei zugänglich)
Am selben Tag fragte fragte Reinhard Müller im FAZ-Kommentar, ob es in der Praxis der FSK „wirklich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen“ gehe. Bei „Schindlers Liste“ habe „Geschichtsvermittlung à la Hollywood im Vordergrund“ gestanden. Wenn die sogenannte Selbstkontrolle versage, helfe nur Fremdkontrolle: Zeitgeistige Kontrolle (frei zugänglich)