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Öffentlich-rechtlicher Jugendkanal: „Illusion der Politik“

Nachdem der ZDF-Perso­nalrat sich angesichts des Perso­nal­abbaus gegen ein trime­diales Jugend­an­gebot ausge­sprochen hat, sofern keine zusätz­lichen Stellen genehmigt würden, unter­stütze die SWR-Perso­nal­ver­tretung die Pläne „in jedem Fall“, schreibt Uwe Mantel bei DWDL.de. Darin solle die junge Generation besser als bislang angesprochen werden, was letztlich essen­tiell für den öffentlich-recht­lichen Rundfunk sei. Zugleich habe die SWR-Perso­nal­ver­tretung aber wie die ZDF-Kollegen die aus ihrer Sicht "unzurei­chende finan­zielle Ausstattung der Rundfunk­an­stalten" kriti­siert, die nicht nur beim ZDF, sondern auch beim SWR und anderen ARD-Sendern zu einem massiven Stellen­abbau führe: SWR-Perso­nal­ver­tretung für ARD/ZDF-Jugend­kanal (frei zugänglich)

Der ZDF-Perso­nalrat habe mit Flugblatt und weiteren Infor­ma­tionen vor einer Betei­ligung des ZDF an dem mit der ARD geplanten trime­dialen Jugend­kanal gewarnt, schreibt Joachim Huber im Tages­spiegel. Der Perso­nal­rats­vor­sit­zende Andreas Wolf habe dem Tages­spiegel gesagt, aufgrund der inzwi­schen einge­tre­tenen perso­nellen Situation im ZDF sei es eine „Illusion der Politik“, in der Öffent­lichkeit den Eindruck zu erwecken, das ZDF verfüge über das dafür erfor­der­liche Personal. Falls die 16 Minis­ter­prä­si­denten dem Jugend­pro­gramm am 16. Oktober zustimmen, wolle sich das ZDF mit einem Drittel an den Kosten betei­ligen, der große Rest solle ARD-Sache sein: „Illusion der Politik“ (frei zugänglich)

Dass sich der ZDF-Perso­nalrat auch gegen die SPD-geführte rheinland-pfälzische Landes­re­gierung, die schon lange für einen Jugend­kanal trommelt, stellt, sei „erstaunlich, da die Bande zwischen ZDF-Perso­nal­ver­tretern und der Landes­re­gierung in Rheinland-Pfalz bei Fragen zur Medien­po­litik bisher sehr eng waren“, schreibt Jürn Kruse in die tages­zeitung. Doch seit Kurt Becks Abgang und dem Antritt Malu Dreyers als Minis­ter­prä­si­dentin scheine sich die jahrelang in der Medien­po­litik dominie­rende Südwest-SPD das Thema innerhalb der Partei mehr und mehr aus der Hand nehmen zu lassen – und zwar von Olaf Scholz’ Hamburger Sozial­de­mo­kraten. Und da Medien­po­litik auch Stand­ort­po­litik sei, fühlten sich die ZDFler bei ihrem Kampf um Jobs von der Mainzer Staats­kanzlei im Stich gelassen: Die Schmerz­grenze ist überschritten (frei zugänglich)