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Öffentlich-rechtlicher Jugendkanal kommt weder ins Fernsehen noch ins Radio

Der von ARD und ZDF geplante Jugend­kanal werde nur im Internet an den Start gehen, ein eigenes Angebot in Radio und Fernsehen solle es nicht geben, meldet die Süddeutsche Zeitung. Das hätten die Minis­ter­prä­si­denten der Länder am Freitag bei ihrer Konferenz in Potsdam beschlossen: Jugend­kanal von ARD und ZDF nur online (frei zugänglich)

Das Projekt solle auch in dieser Form 45 Millionen Euro pro Jahr kosten, habe die rheinland-pfälzische Minis­ter­prä­si­dentin Malu Dreyer erläutert, berichtet das Handels­blatt. Die Finan­zierung sei bis 2020 gesichert und werde bis dahin auch keine weiteren Kosten bei den Gebüh­ren­zahlern verur­sachen, habe Branden­burgs Regie­rungschef Dietmar Woidke versi­chert: Jugend­an­gebot von ARD und ZDF nur online (frei zugänglich)

„Zu klagen haben die Sender wirklich nicht“, schreibt Michael Hanfeld in der Frank­furter Allge­meinen. Sie würden zwei überflüssige Digital­kanäle los, dürften für das Jugend­pro­gramm bis zu 45 Millionen Euro pro Jahr ausgeben, und sie dürften damit rechnen, dass die zeitlichen Grenzen für ihre Stücke im Netz fallen. Die „Sieben-Tage-Regel“ und auch der „Drei-Stufen-Test“, in dem ermittelt wird, ob ein öffentlich-recht­liches Angebot den Wettbewerb mit den Verlagen und Privat­sendern verzerrt, würden aufge­hoben: Öffentlich-online  (frei zugänglich)

Zum ersten Mal dürften sich ARD und ZDF ohne Rücksicht auf ihre recht­liche Bestimmung als TV-Sender „im Internet breit machen“, kommen­tiert Markus Brauck bei Spiegel online. Was für den neuen Jugend­kanal noch in Ordnung sein möge, dürfe auf keinen Fall zur Regel werden: Fernsehen muss Fernsehen bleiben (frei zugänglich)