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Öffentlich-rechtliches Fußballmonopol?

Die öffent­lichen-recht­lichen Sender machten das Fernseh­ge­schäft mit dem Fußball unter sich aus, schreibt Michael Hanfeld in der Frank­furter Allge­meinen. Die Bundesliga werde für rund 75 Millionen Euro pro Saison von der ARD gezeigt, die Champions League laufe von der nächsten Runde an für rund 50 Millionen Euro jährlich im ZDF. Und nun hätten sich die beiden Sende­systeme auch die Rechte an der Fußball-Weltmeis­ter­schaft 2018 in Russland gesichert. „Was die spannende Frage der von den Rundfunk­ge­büh­ren­zahlern getra­genen Kosten angeht, schweigen sich die Sender selbst­ver­ständlich aus“, Schät­zungen in der Branche lägen nicht unter 200 Millionen Euro: ARD und ZDF fahren nach Russland (frei zugänglich)

Jürgen Doetz, Chef-Lobbyist der Privat­sender, beklage ein Monopol bei den öffentlich-recht­lichen Sendern, schreibt Joachim Huber im Tages­spiegel. Mit dem Kauf der Fernseh­rechte an der WM 2018 durch ARD und ZDF lägen die Lizenzen für praktisch alle attrak­tiven Fußballe­vents von der WM über die EM bis hin zur Champions League ausschließlich bei den gebüh­ren­fi­nan­zierten Sendern, der VPRT-Chef erkenne auf „eklatante Wettbe­werbs­ver­zerrung“, weil die Privat­sender bei der Vergabe gegen die Gebote aus dem Gebüh­rentopf nicht mehr mithalten könnten. „Auch gar nicht mehr mithalten wollen“, so Huber weiter: Die Fernseh­kon­zerne RTL Group und ProSieben Sat 1 hätten 2011 dreistellige Millio­nen­ge­winne einge­fahren, da wäre der Kauf manch attrak­tiver Fußball­über­tragung drin. Die Wettbe­werbs­preise lägen aber so hoch, dass eine Refinan­zierung über Werbung ausge­schlossen scheine, also hänge Doetz dem Wunsch nach, ARD und ZDF mögen aus dem Preis­kampf ausscheiden, damit RTL & Co. günstig einkaufen können. „Von dieser Monopol-Überlegung teilt Doetz nichts mit. Er klagt lieber“: Markt­ver­sagen bei den Fußball­rechten (frei zugänglich)