Berlin, 7. Mai 2026 – Zum dem vom Beauf­tragten der Bundes­re­gierung für Kultur und Medien, Staats­mi­nister Wolfram Weimer vorge­legten Referen­ten­entwurf für ein Medien­dienste-Inves­ti­ti­ons­ver­pflich­tungs-Gesetz (Medien­In­vestVG) erklärt die CEO und Sprecherin des Gesamt­vor­stands der Produk­ti­ons­al­lianz Michelle Münte­fering:

„Die Produk­ti­ons­al­lianz hat die Einführung einer Inves­ti­ti­ons­ver­pflichtung über viele Jahre hinweg nachdrücklich gefordert.

Dass nun endlich ein Gesetz­entwurf vorliegt, ist ein wichtiger Schritt. Wolfram Weimer erklärt damit auch seinen Willen zur Gestaltung. Gleich­zeitig bleibt der Entwurf an wichtigen Punkten noch deutlich hinter dem zurück, was notwendig wäre, um den Film- und Serien­standort Deutschland im inter­na­tio­nalen Wettbewerb wieder konkur­renz­fähig zu machen.

Insbe­sondere beim Rechte­rück­behalt braucht es mehr politi­schen Mut zu einer echten Stärkung unserer deutschen Produk­ti­ons­un­ter­nehmen. Auch bei der Höhe der Inves­ti­ti­ons­quote bleibt die Bundes­re­gierung weit unter dem Niveau vergleich­barer europäi­scher Märkte. Mit lediglich 8 Prozent – selbst 12 Prozent in der erhöhten Variante – schöpft Deutschland sein Potential nicht aus.

Proble­ma­tisch ist zudem, dass die ursprünglich vorge­sehene verpflich­tende Minimal­rech­te­teilung gestrichen wurde. Damit werden inter­na­tionale Streaming-platt­formen weiter struk­turell bevorzugt, während deutsche Produ­zen­tinnen und Produ­zenten eine Möglichkeit genommen wird, eigene Rechte­ka­taloge aufzu­bauen. Genau diese Rechte sind jedoch die Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung, unter­neh­me­rische Unabhän­gigkeit und langfristige Beschäf­tigung in Deutschland.

Der nun vorlie­gende Entwurf basiert bereits auf einem Kompromiss: Dass dieser weiter abgeschwächt wurde, steht dem erklärten Ziel des Gesetzes entgegen, ‚den Innova­ti­ons­wett­bewerb zu fördern‘.

Trotz der äußerst kurzen Frist der Branchen­an­hörung wird die Produk­ti­ons­al­lianz selbst­ver­ständlich die Gelegenheit nutzen, konkrete und prakti­kable Verbes­se­rungs-vorschläge einzu­bringen.

Denn: Wir begrüßen ausdrücklich den parla­men­ta­ri­schen Ehrgeiz, dieses wahrscheinlich wichtigste kultur­po­li­tische Vorhaben der Legis­la­tur­pe­riode jetzt erfolg­reich umzusetzen.“

Pressefoto (Copyright ©Jorinde Gersina)

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