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TV-Programmanalyse 2010: 82% Fiction bei ProSieben aus USA

Ganze 82 Prozent des Fiction­an­gebots von ProSieben kämen aus den USA, meldet Horizont.net unter Berufung auf die „Programm­analyse 2010“ des Instituts für empirische Medien­for­schung (IFEM), die in den Media Perspek­tiven veröf­fent­licht sind. ProSieben verstoße gegen die Audivi­suelle-Medien­dienst-Richt­linie der EU, die besagt, dass mindestens die Hälfte der fiktio­nalen Sendungen europäische Werke sein sollen. ARD und ZDF zeigten in ihrem Unter­hal­tungs­an­gebot über 60 Prozent deutsche und europäische Produk­tionen, bei RTL und Sat 1 seien es über 50 Prozent. Die veröf­fent­lichten Zahlen erhebt das IFEM im Auftrag von ARD und ZDF: Programm­analyse 2010: Pro Sieben erfüllt EU-Richt­linie nicht (frei zugänglich)

Ein auffäl­liger Unter­schied zwischen den öffentlich-recht­lichen und den privaten Sendern bei der Herkunft der Fiction­an­gebote habe wieder im Verhältnis von US-Produk­tionen und europäi­schen Produk­tionen bestanden, schreibt Udo Michael Krüger in den Media Perspek­tiven. Sowohl RTL (44 %) als auch Sat.1 (38 %) bevor­zugten klar die US-Produk­tionen, während europäische Länder jeweils nur rund 1 Prozent des Fiction­an­gebots ausmachten. ProSieben habe auch 2010 wieder eine Sonder­stellung im Sender­ver­gleich gehabt, denn „es bestritt sein Fiction­an­gebot zu mehr als vier Fünfteln mit US-Produk­tionen (82 %), während auf deutsche Produk­tionen und deutsche Kopro­duk­tionen bei sinkender Tendenz nur 9 Prozent und auf europäische Produk­tionen 2 Prozent des Fiction­an­gebots entfielen“: Profile und Funktionen deutscher Fernseh­pro­gramme (Link auf PDF-Dokument, S. 18/221 ff, frei zugänglich)