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ZDF/Champions League: „Kein trivialer Vorgang“

Es sei „nicht nur so, dass Politik und öffentlich-recht­licher Rundfunk eng mitein­ander verwoben sind. Kontroll­gremien und opera­tives Geschäft sind es ebenso, schreibt Kai-Hinrich Renner im Hamburger Abend­blatt. Dass dies nicht ganz unpro­ble­ma­tisch ist, werde immer dann deutlich, wenn mal wieder ein größeres, den öffentlich-recht­lichen Rundfunk betref­fendes Thema kontrovers disku­tiert wird. Derzeit sei dies die Frage, ob es in Ordnung ist, dass das ZDF die Übertra­gungs­rechte an der Champions League ab der Saison 2012/13 für etwa 54 Millionen Euro pro Jahr gekauft hat. „Sport­rech­te­erwerb des ZDF darf nicht zur Reduzierung der Programm­mittel für deutsche Produk­tionen führen“, heiße es in einer Erklärung der Produ­zen­ten­al­lianz. In seiner Replik verweise ZDF-Intendant Markus Schächter auf die „Programm­au­to­nomie“, er könne keine Rechen­schafts­pflicht gegenüber den Produ­zenten erkennen, das ZDF werde „von den Gremien überwacht“. Von Fernseh- und Verwal­tungsrat des ZDF sei in Sachen Champions League aber noch gar nichts zu hören gewesen, obwohl der Sender bisher nicht erklärt hat, was die Zuschauer von dem Rechte­erwerb haben und wie er finan­ziert werden solle.

Wenn ein öffentlich-recht­licher Sender wie das ZDF sich mit der Champions League Quote kauft und sein Programm nach Sponsoren-Wünschen umstellt, sei das „kein trivialer Vorgang“, schreibt Renner weiter. Mit dem von ARD und ZDF gern bemühten Begriff der „Grund­ver­sorgung“ lasse sich das „nur mit größter Mühe“ erklären. „Sollten Fernseh- und Verwal­tungsräte diese Causa aber nur einfach durch­winken, wäre dies ein weiterer Beleg dafür, dass es in Deutschland keine unabhängige Kontrolle der öffentlich-recht­lichen Sender gibt, dafür aber eine womöglich zu große Nähe zwischen Inten­danten, ihren Rundfunk- und Verwal­tungs­räten und der Politik: Champions-League-Rechte: So entstehen Gerüchte (frei zugänglich)