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ZDF-Mediathek: Online first wenig Gefahr für „überkommene Fernsehgewohnheiten“

Mit zwei Mehrteilern habe das ZDF im vergan­genen Februar „ein neues Zeitalter für seine Zuschauer einge­läutet“, schreibt Jochen Hieber in der Frank­furter Allge­meinen: Jeweils zwei Wochen vor Beginn der Ausstrahlung im Fernsehen habe der Sender beide Kurzserien komplett online. Im Falle von „Schuld“ hätten „lediglich gut 72.000“, bei „The Team“ knapp 135.000 Zuschauer je Folge das erstmals vorhandene Angebot, der Fernseh­aus­strahlung zuvor­zu­kommen, genutzt. Gemessen hätten aber lediglich jene Mediathek-Nutzungen werden können, die über Computer erfolgt seien. Für Abrufe von mobilen Endge­räten (Tablet­com­puter, Smart­phones) gebe es derzeit noch keine Erfassung. Selbst eine mögliche Verdop­pelung der Online-Zahlen ergebe, dass die zeitun­ab­hängige Vorab­nutzung im Falle von „Schuld“ nicht einmal fünf und bei „The Team“ keine zehn Prozent des tradi­tio­nellen Fernseh­pu­blikums gewinnen konnte. Gerade bei fiktio­nalen Formaten wolle das ZDF weiter mit „Online first“ experi­men­tieren. Vorderhand aber drohe den „überkom­menen Fernseh­ge­wohn­heiten noch erstaunlich wenig Gefahr“: Was gibt’s im Zweiten? (FAZ vom 30.4.2015, Seite 15 – Medien)